Scheinargumente

Die Propaganda der

PROHIBITIONISTEN

Die Faktenlage lässt sich nicht mehr leugnen. Cannabis ist im Vergleich zu Alkohol und Nikotin eine harmlose Droge. Gesellschaftlich stellt der Genuss von Cannabis eine deutlich geringere Herausforderung dar, als mit den Folgen von Alkohol, Nikotin und Zucker umzugehen.

Alle Bestrebungen und Bemühungen der Regierungen in den vergangenen 50 Jahren, Cannabis aus der Deutschen Kultur zu verdrängen, sind gescheitet. Im Gegenteil: Je höher der jährlich steigende Fahndungsdruck zunimmt, desto stärker wachsen Angebot und Nachfrage auf dem Schwarzmarkt.

Mit verheerenden Folgen vor allem für die Jugend. Trotz der nicht zu leugnenden Faktenlage kriechen vermehrt Prohibitionisten aus ihren dunklen Ecken und propagieren Aussagen, von denen die allermeisten schlicht und ergreifend falsch sind. Hochrangige Politiker verbreiten schamlos in der Öffentlichkeit Fake und werden viel zu selten mit Fakten-Checks konfrontiert.

Was sind die Scheinargumente der Prohibitionisten und wie kann ich Ihnen entgegnen?

Vor allem die älteren Deutschen erinnern sich an die tragische Geschichte der Christiane F. Eine Heroinsüchtige aus dem Berliner Drogenmilleu schildert dem Stern ihre Lebensgeschichte. Mehrere Tonbänder der Interviews mit dem Stern-Reporter wurden zuerst zu einem Buch, dann zu einem Film kondensiert, beide Medien unter dem Titel „Christian F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“. Fragt man willkürlich Menschen, die den Film gesehen haben, welche Droge Christiane zuerst nahm, bekommt man in neun von zehn Fällen als Antwort Cannabis. Fragt man diejenigen, die nicht den Film gesehen, aber das Buch gelesen haben, antworten etwa 7 von 10 Cannabis, die anderen drei geben Alkohol und Tabak als Einstiegsdroge an. 

Tatsächlich rauchte Christiane F. bereits mit 13 und Alkohol gehörte schon sehr viel früher zu Christianes Alltag. Erst mit 14 kam sie über eine kurze Phase an Cannabis, dann aber schon sehr bald mit anderen Drogen, vor allem Heroin in Berührung. 

Prohibitionisten sahen in dem Film die Bestätigung, dass Heroin eine Einstiegsdroge ist, obwohl auch im Film Christiane erst mit Zigarette und Alkohol zu sehen ist, lange bevor sie mit Cannabis in Berührung kam. Zu dieser Fehlwahrnehmung kommen Menschen, bei denen die Gehirnwäsche gut funktioniert hat. 

Vor allem in der älteren Bevölkerung sind Alkohol und Nikotin keine Drogen. Was natürlich Unfug ist. Alkohol ist erwiesenermaßen die gefährlichste Droge weltweit. Im gleichen Maße aber, wie Alkohol und Nikotin als Genußmittel verharmlost wurde, hat man Cannabis verteufelt und sogar die WHO stufte jahrzehntelang Cannabis auf das selbe Niveau wie Kokain und Heroin. 

Das Beispiel Christiane F. hat damit zwar zur Verfestigung eines Irrglaubens beigetragen, zeigt aber in der detaillierten Analyse gleichzeitig zur Auflösung bei: Tatsächlich waren die ersten Drogen, die Christiane F. konsumiert hat, Nikotin und Alkohol. Es sind die tatsächlichen Einstiegsdrogen. Heroin hat dann zu einer folgenschweren Abhängigkeit geführt, aus der sich Christiane durch harten Entzug befreien konnte. 

Geblieben aber ist die Alkoholsucht, die Christiane auch nach dem Heroinentzug schwer zu schaffen machte, aber da war die Geschichte, das Buch und der Film eigentlich schon zuende. Es hätte tragikkomisch enden können, wenn Christiane zwar Clean von Heroin am Ende eines von jährlich immerhin 70.000 bis 85.000 Todesopfer von Alkoholismus geendet hätte. 

Hat sie aber nicht, weil sie immer stärker vom Alkohol durch Cannabis loskam. Das Kiffen ist ihr geblieben. Vom Kiffen ist nur keiner gestorben. Wer den Alkohol hinter sich lässt und dafür ein Leben lang kifft, treibt nicht etwa den Teufel mit dem Belzebub aus. Vielmehr handelt es sich für viele Menschen für einen medizinisch durchaus tragfähigen Kompromiss, sofern sich der Suchtkranke ein vollständig abstinentes Leben von allen Suchtmitteln nicht vorstellen kann. Und das können viele nicht. 

Das Cannabis keine Einstiegsdroge ist, gilt mittlererweile als wissenschaftlich bewiesen und wurde juristisch in mehren Gerichtsfällen bestätigt. Selbst das Bundesverfassungsgericht kommt ganz klar und eindeutig zu dem Schluss, dass Cannabis keine Einstiegsdroge ist. 

Dennoch wird die Karte immer wieder von den Prohibitionisten gezogen. Warum? Weil sie bei der überwiegend ungebildeten, propagandistisch ansprechbaren und populistisch denkenden Menschen einfach funktioniert. In ihren Köpfen sind immer noch die Bilder populistischer Panikmache eng vernetzt und sie werden jedesmal aktiviert durch Schlüsselwörter wie das der Einstiegsdroge.

Drogenhölle Holland

Die Niederlande sind weltweit bekannt für eine liberale und tolerante Haltung. Genauso wie Deutsche dafür bekannt sind, dass sie sich ausschließlich von Bratwurst und Sauerkraut ernähren.

Was assoziierst Du mit Holland? Tulpen, Holzschuhe, Käse, Tomaten, Cannabis, Coffeeshops…

Viele beneiden die Holländer dafür, dass sie ungestraft Cannabis in dafür vorgesehene Fachgeschäfte (so genannte Coffeeshops) in verbrauchsüblichen Mengen (fünf Gramm pro Einkauf, maximal 15 Gramm) erwerben bzw. bei sich führen können, ohne strafrechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen. 

Im Gegenzug beneiden uns einige (bei Weitem aber nicht alle) Holländer uns um die Freizügigkeit, auf öffentlichen Autobahnen so schnell fahren zu dürfen, wie an will. Selbst dann, wenn man kaum Fahrerfahrung besitzt. 

Auf beiden Seiten ist der Neid etwas unbegründet, denn in Deutschland kann man im Stau auch nicht schneller fahren, als es der Stau erlaubt, und Cannabis ist in Holland keineswegs legal, wie viele denken. Cannabis wurde in Holland nicht einmal richtig entkriminalisiert. Vielmehr herrscht eine Duldungspolitik. Die Polizei darf wegsehen, obwohl es sich bei Cannabis auch in Holland um eine illegale Droge handelt. 

In der Deutschen Rechtssprechung wäre eine solche Duldungspolitik völlig undenkbar. Es ist etwas entweder verboten oder, wenn es nicht verboten ist, ist es erlaubt. Und wenn etwas verboten ist, was eine Straftat beinhalten, nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, ist die Polizei in Deutschland verpflichtet, die Straftat zu verfolgen.

Obwohl also die Coffeeshops an sich nicht illegal sind und sogar die berühmte „Steuer für nicht getrunkenen Kaffee“ abgeben (verdeckte Cannabissteuer) ist alles, was aus dem Coffeeshop herausgetragen wird und weniger als fünf Gramm wiegt, legal. Alles war aber in den Coffeeshop hineingelangt, ist illegal und stammt ausschließlich vom Schwarzmarkt. 

Dieser Schwarzmarkt wiederum hat in Holland eine lange Tradition. Das Wort „Droge“ stammt übrigens vom holländischen Wort „Droege“ (Trocken) ab. Amsterdam ist seit Kolonialzeiten Hauptumschlagplatz für „Trockene Waren“, also Kaffee, Tabak, Koka, Opium, Heroin, Cannabis, Tee, Gewürze und Kräuter. Heroin, Opium, Kokain, Cannabis und Absinth waren in der Kolonialzeit geschätzte Medikamente, die vom Amsterdamer Hafen in die Apotheken Europas geliefert wurden.

Über Jahrhunderte bildeten sich also etablierte Geschäftsstrukturen, die je nach wechselnder Gesetzeslage mal mit „Guten Waren“ mal mit „Schlimmen Waren“ handelten. Und immer, wenn aus einer „Guten Ware“ eine „Schlimme Ware“ wurde, stieg der Preis, die Nachfrage und der Profit. Daran sind die Organisationen inzwischen gewöhnt. 

Was Holland dann in den Sechziger Jahren vollbrachte, kann heute als Meilenstein politischer Dummheit betrachtet werden. Als einziges Land in Europa liberalisiert Holland halbherzig den Drogenkonsum und erkennt darin auch noch eine Geschäftsidee, die Millionen Touristen aus aller Welt anzieht und die Amterdamer Innenstadt zu einer Art Disney World für Hippies umgestaltet. 

Tatsächlich kiffen die Holländer seit der Duldung von Cannabis keineswegs mehr. Bei den Jugendlichen ging der Konsum sogar zurück. Allerdings geht ein Großteil des legal verkauften Cannabis an Ausländer, die es teilweise dort geduldet konsumieren und sich den Rest illegal mit nach Hause nehmen. Ein Multi-Milliardengeschäft für die Drogenmafia und den Holländischen Staat, der an den nach wie vor kriminellen Machenschaften der Drogenmafia mitverdient. 

Prohibtionisten, die immer wieder populistisch die Ausuferungen in den Niederlande anprangern und dabei gerne einen kausalen Zusammenhang mit der Duldungspolitik schustern, verschweigen gerne den Einfluss, den die internationale Drogenmafia auch in Deutschland hat. Immerhin wird ein Großteil der Schwarzgelder, vor allem dessen, das in Holland verdient wird, in Deutschland gewaschen. Nirgends auf der Welt ist es so einfach, große Bargeldsummen weiss zu bekommen, nachdem in Deutschland sogar Immobilien bar bezahlt werden können. Und wer die Kriminalstatistik beispielsweise von Frankfurt kennt, weiss, dass zwischen Frankfurt und Amsterdam hinsichtlich Kriminalität nicht mehr viel Platz ist. 

Eine echte Legalsierung von Cannabis schließt die vollständige Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum Einzelhandel ab und entkoppelt den Markt damit vom Schwarzmarkt. 

Es ist naiv zu glauben, der Schwarzmarkt würde dabei durch die Legalisierung vollständig austrocknen. So wie es einen Schwarzmarkt für Zigarretten gibt, obgleich Tabak legal ist, wird es auch für Cannabis weiterhin einen Schwarzmarkt geben. Dieser wird aber auf ein gesellschaftlich erträgliches Maß schrumpfen und die Profite werden den Drogenbossen nicht mehr in dem Ausmaß politische und gesellschaftliche Macht verleihen, wie es der Schwarzmarkt heute tut. 

Immerhin beziehen sich 80 % des Schwarzmarktes auf reletiv harmloses Cannabis. Die Polizei kann nach der Legalsierung von Cannabis ihre Kräfte vollkommen auf die verbleibenden 20 % Schwarzmarkt konzentrieren, die wirklich eine Risiko für die Gesellschaft darstellen.

Es sind überwiegend die alten, weissen Männer aus den konservativen Reihen, die ganz genau wissen, wie man die Jugend vor den Gefahren des Lebens schützt. Sie glauben an das Prinzip der Autorität und an Regeln, die auch dann einzuhalten sind, wenn sie faktisch keinen Sinn ergeben. 

Demgegenüber steht seit Generationen eine kritische Jugend, die Autoritäten in Frage stellt und vor allem in der Pubertät von Generation zu Generation dadurch auffällt, dass sie die Grenzen der gesellschaftlich akzeptierten Normen in Frage stellen oder sogar angreifen. 

Rebellion ist die evolutionäre Verpflichtung der Jugend. Vor hundert Jahren war es die Jazz-Musik, die vor allem Rassisten an den Rand der Verzweiflung brachten, dann regte sich eine Generation später die Spießerschaft über die Pilzköpfe der Beatles auf, später waren es die Hippies, dann die Punker, heute die Rapper. 

Zum Image eines jungen Rebellen passt es ganz gut, ein bisschen kriminell zu sein. Nur eben nicht so kriminell, dass es moralisch unter den Fans und Followern verwerflich wäre, sondern nur so rebellisch kriminell, dass man mit seiner Kriminalität bestenfalls sich selbst schädigt, aber keinen Anderen. Es gibt kein billigeres Mittel sich ein ökologisch, veganes und politisch korrektes Image eines rebellischen Kriminellen zuzulegen als durch den Konsum von Ganja. Noch dazu, wenn es überall trotz massiver Strafverfolgung verfügbar ist. Instant Robin Hood. 

Wir wissen nicht, ob die Jugend kiffen immer noch cool findet, wenn sich zunehmend Rheumakranke, Esoteriker, Rentner und andere Schmerzpatienten sich nach der Legalisierung in lizensierten Fachgeschäften rumtreiben. 

Was wir aber jetzt wissen, ist die Tatsache, dass mein 14 Jahre alter Sohn auf dem Schulhof leichter an Cannabis rankommen würde, als an eine Flasche Vodka. Nur, das niemand genau weiss, was da in dem Tütchen für 20 Euro wirklich drin ist. Dealer fragen nicht nach dem Ausweis. 

Wenn man etwas von Holland (siehe oben) lernen kann, dann ist es die Tatsache, dass man in den rund 500 Coffeeshops nie Jugendliche unter 18 Jahren antrifft. Das Personal ist da extrem scharf und selbst Leute, die ich auf Mitte 20 schätzen würde, werden konsequent nach dem Ausweis gefragt. Fakt ist, dass in Holland weniger Jugendliche kiffen als in Deutschland. Das Risiko, an verunreinigtem oder getrecktem Cannabis schwer zu erkranken oder zu sterben, ist in den Niederlanden deutlich geringer als in Deutschland. Und das obwohl das Modell in Holland das Schlechte von Allen ist und auch nicht als Blaupause der realen Legalisierer dient. 

Was die Legalisierung auf jeden Fall bewirken wird, ist eine Reduzierung der Hemmschwelle für Jugendliche, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn der Cannabis-Konsum zum Problem wird. Die Hürde, einer fremden Person eine Straftat zuzugeben, wird unterschätzt. 

Es trägt auch nicht zu einer positiven Entwicklung des Jugendlichen bei, ihn zu kriminalisieren und seiner weiteren Entwicklung Steine in den Weg zu legen. Die daraus erwachsene Perspektivlosigkeit wird ein eventuelles Drogenproblem nicht verkleinern. 

Noch dazu, wo die Gesellschaft bei weitem nicht alle präventiven Maßnahmen ausschöpft. Es ist nicht abzustreiten, dass in Deutschen Schulen regelmäßig Razzien statt finden. Junge Menschen werden unter Generalverdacht mit der Staatsautorität konfrontiert, gleichzeitig beschränkt sich der Aufklärungsunterricht für Drogen auf eine Schulstunde und man sieht nirgends auf dem Schulhof ein Plakat oder einen Flyer, der objektiv über die Risiken von Drogen aufklärt.

Ja, Cannabis kann abhängig machen. Tut es Cannabis nicht, tut es eine andere Droge. Menschen müssen endlich verstehen, dass Drogenabhängigkeit nichts mit der Substanz an sich zu tun hat. Die Abhängigkeit such sich vielmehr seine passende Substanz. Welche Substanz passt, hängt stark vom Typus Abhängigen ab. 

Der Yuppie-Typ, beruflich erfolgreich, extrem selbstbewusst, hyper-sexuell, immer auf Achse, wird mit Cannabis nicht viel anfangen können. Seine Droge ist klar das Kokain in seiner reinen und teuren Form. Aufgrund seines hohen Preises gilt Kokain als die Droge der Reichen und Erfolgreichen. 

Der Party-Löwe findet in Cannabis bestenfalls ein Schlafmittel, um vom Speed wieder herunter zu kommen, denn die Erwartungshaltung an die Droge ist, sich aufzuputschen. 

Der philosophisch und oder esotärisch spirituell verklärte Psychonaut sucht nach Erkenntnis und nutzt dazu LSD oder Pilze, aber ganz sicher kein Koks oder Speed. Dieser Typ wird übrigens gar nicht abhängig. Es ist nicht möglich, von LSD oder Pilzen eine körperliche oder psychische Abhängigkeit zu entwickeln. 

Die allermeisten Menschen hierzulande finden jedoch in der betäubenden Wirkung des Alkohols ihren Linderung des Weltschmerzes und da diese Droge legal, gesellschaftlich aktzeptiert und politisch zuweilen auch propagiert wird, wundert es nicht, dass die Suchtkliniken voll von Alkoholiker sind. Opiatabhängige sind die enorme Seltenheit und Cannabis-Konsumenten zeigen meist einen gefährlichen Mischkonsum mit Alkohol. 

Reine, echte Cannabis-Patienten findet man in Suchtkliniken übrigens kaum. Die wenigen, die ich persönlich kennen gelernt habe, haben in Wirklichkeit kein Problem mit Cannabis. Das Problem hat meistens irgend jemand anderes: Der Richter, der Bewährungshelfer, der Sozialarbeiter, die Führerscheinstelle, der Arbeitgeber…

Häufig werden Cannabis-Konsumenten vor die Wahl „Kranker“ oder „Krimineller“ gestellt. Sie können eine Strafe abwenden und gelten dann nicht als kriminell, wenn sie zugeben, ein Suchtproblem zu haben. Da Sucht eine anerkannte Krankheit ist, fehlt die Schuld der Tat und kann nicht bestraft werden. Allerdings setzt dieses Eingeständnis, denn sonst wäre es ja keines, die Teilnahme an ein Entzugs- und Entwöhnungprogramm voraus. 

Damit wird der mindestens sechswöchige Aufenthalt in einer Deutschen Suchtklinik (die meisten sind profitabhängige Aktengesellschaften oder unter Einfluss der katholischen Kirche) obligatorisch und der Eintrag ins Führungszeugnis bleibt aus. Dabei sind Cannabis-Patienten aus Sicht der Kliniken sehr willkommen, da es einfache Patienten sind. Sie leiden unter keinem Craving (körperliche Entzugssymptome) sind nicht so aggressiv und man kann sogar höheren Druck auf sie ausüben, als auf Alkoholiker, denn die haben ja zumindest nichts illegales getan. 

Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlich und ihrer Auswirkung bewertet. Mit 9 % Eintrittswahrscheinlichkeit im Vergleich zu 32 % bei Tabak und 15 % bei Alkohol liegt Cannabis damit weit unter dem Risiko der legalen Drogen. Die Auswirkung, also die Schwere der Abhängigkeit ist sicher immer von Fall zu Fall zu betrachten, generell verläuft ein Cannabis-Entzug sehr mild im Vergleich zu einem Alkohol- oder Tabakentzug. 

Die Frage ist nur, ob ein Cannabisentzug tatsächlich immer nötig ist, selbst wenn sich eine Abhängigkeit entwickelt hat. Selbst bei moderatem Dauerkonsum über einen geeigneten Vaporisator sind bislang keine ernst zu nehmenden Dauerschäden prognostizierbar. Das wiederum führt zur Frage, ob Cannabis nicht tatsächlich für viele Alkohol- und Opiatabhängige eine Ausstiegs-Alternative bietet. 

Bislang gehen die sog. Suchtexperten davon aus, dass nur vollständige Abstinenz den tödlichen Suchtprozess stoppen kann. Viele können sich aber gar nicht vorstellen, ein Leben ganz ohne Drogen zu führen. Vor allem in einer Gesellschaft, in der immerhin schon allein 95 % der Bevölkerung nicht Alkoholabstinent ist. Mir persönlich sind fünf Fälle aus dem näheren Bekanntenkreis bekannt, denen es gelungen ist, mit Hilfe von Cannabis endlich und nach vielen Rückfällen dauerfhaft vom Alkohol loszukommen. Alle führen sie ein gutes Leben und keiner von ihnen wäre heute noch am Leben, wenn sie weiter getrunken hätten.

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